Corona-Hilfe für Ärzte: 4 Schritte, mit denen Ärzte ihre Praxis wirtschaftlich schützen

Stand: 1. August 2020

Die Corona-Krise hält Deutschlands Arztpraxen in Atem. Fernab von der bedrohlichen medizinischen Lage stehen auch wirtschaftliche Existenzen von niedergelassenen Medizinern auf dem Spiel. Zwar sollen Praxisinhaber von einem “Rettungsschirm” der Bundesregierung profitieren, welcher 90 Prozent der Umsätze des Vorjahres garantiert; doch Ärzte sollten angesichts der ungewissen Dauer der Corona-Krise unbedingt weitere Maßnahmen ergreifen. Auf dieser Seite finden Sie unsere aktuellen Schritte, um unsere ärztlichen Mandanten wirtschaftlich vor der Corona-Krise zu schützen.

1. Liquidität der Arztpraxis dank Stundungsanträgen und Finanzierungen

Wir beantragen beim zuständigen Finanzamt des Arztes die weitergehende Herabsetzung und zinslose Stundung von fällig werdenden Steuern. Wenn nötig, lassen wir die Steuervorauszahlung senken. Auch beim ärztlichen Versorgungswerk, der Krankenversicherung, der Arbeitslosenversicherung und weiteren Stellen beantragen wir Stundungen.

Landes- und Bürgschaftsbanken bieten Darlehen und Bürgschaften für bedrohte Unternehmen an. Hat die Praxis mehr als zehn Mitarbeiter, kommt auch der “KfW-Schnellkredit 2020” (externer Link) infrage. Hier beträgt der maximale Kreditbetrag 25 Prozent des Vorjahresumsatzes. Wir finden im Rahmen der angepassten Finanzplanung für Mediziner geeignete Finanzierungsinstrumente, um akute Liquiditätsengpässe zu vermeiden.

2. Soforthilfe und finanzielle Zuschüsse für Ärzte

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt Zuschüsse (externer Link) für freiberufliche Ärzte zur Verfügung. Möglich sind 9.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten und 15.000 Euro bei bis zu 10 Beschäftigten. Ein Beschäftigter gilt hierbei als ein Vollzeitäquivalent. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Auch wenn diese Soforthilfe die von der Insolvenz bedrohte Arztpraxis alleine kaum retten wird, so stimmt zumindest die Richtung.

Auch die Länder haben eigene Förderprogramme (externer Link) aufgestellt. Diese reichen je nach Betriebsgröße und Bundesland von 3.000 Euro bis höchstens 30.000 Euro. Wir beobachten den gesamten Bereich der Soforthilfen laufend und unterstützen Arztpraxen bei der Inanspruchnahme.

3. Weiterbeschäftigung von Praxismitarbeitern mit dem Kurzarbeitergeld

Der Betrieb einer Arztpraxis funktioniert nur mit ausreichend Personal. Daher kümmern wir uns darum, dass Praxismitarbeiter Kurzarbeitergeld (externer Link) erhalten. Dadurch können Ärzte ihre Beschäftigten weiter bezahlen, ohne die Liquiditätsplanung ihrer Praxis zu gefährden. Der Bezug von Kurzarbeitergeld ist für maximal zwölf Monate möglich.

Zwischenzeitlich wurde eine interne Weisung aus der Bundesagentur für Arbeit bekannt, Vertragsärzten kein Kurzarbeitergeld auszuzahlen (externer Link). Entgegen dieser Weisung wurde allen uns bekannten Arztpraxen erfolgreich Kurzarbeitergeld bewilligt. Entscheidend für die Bewilligung ist unserer Einschätzung nach die richtige Begründung des Antrags auf Kurzarbeitergeld. Daher gehen wir für die Zukunft davon aus, dass auch Vertragsärzte bei entsprechender Begründung Kurzarbeitergeld für ihre Praxismitarbeiter erhalten werden.

Weiterhin prüfen wir arbeitsrechtliche Maßnahmen wie den Einsatz im Home-Office und “Offboarding” (gestalteter Trennungsprozess zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer).

4. Beschaffung von Fördermitteln

Es gibt viele Maßnahmen zur Corona-Hilfe für Arztpraxen, die staatlich gefördert werden. Hier ist in erster Linie die Förderung für “Unternehmen in Schwierigkeiten” (externer Link) vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu nennen. Sie wird bundesweit angeboten. Gefördert werden Arztpraxen, die eine Unternehmensberatung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit in Anspruch nehmen. In einem solchen Falle beträgt die Förderung bis zu 90 Prozent der Kosten, sodass Ärzte lediglich 10 Prozent selbst tragen.

Auch das BAFA-Förderprogramm “Förderung unternehmerischen Know-hows” (externer Link) war für Praxisinhaber äußerst interessant. Hier wurde die Unternehmensberatung bis zu einer Höhe von 4.000 Euro gefördert. Der Zuschuss wurde dabei direkt auf das Konto des Beratungsunternehmen überwiesen, sodass Ärzte nicht in Vorleistung gehen mussten. Zudem war kein Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner notwendig, was die Beantragung vereinfachte. Da die hohe Nachfrage die vorhandenen Mittel bei weitem überstieg, steht dieses Fördermodul nun leider nicht mehr zur Verfügung.

Neben den BAFA-Förderungen existieren weitere Fördermittel – auch auf Landes- und Kommunalebene. Wir verschaffen unseren ärztlichen Mandanten einen Überblick zu den bestehenden Fördermöglichkeiten und übernehmen die Beantragung.

Dokumentation der Belastungen

Wir raten Ärzten dazu, ihre Belastungen genau zu dokumentieren – etwa entfallende Arbeitsstunden von Mitarbeitern, abgesagte Patiententermine oder zusätzliche Kosten. Diese Informationen können später mit Blick auf mögliche Entschädigungen oder Anträge äußerst hilfreich sein.

Soforthilfe für Arztpraxen durch Monetaris

Gerade in Zeiten wie diesen wollen Ärzte für ihre Patienten da sein. Das Family Office von Monetaris hält mit seinem Corona-Krisenmanagement Praxisinhabern den Rücken frei. Wir unternehmen alle notwendigen Schritte, um unsere ärztlichen Mandanten und ihre Praxen wirtschaftlich zu schützen. Machen Sie jetzt den ersten Schritt: Kontaktieren Sie Ihren persönlichen Vermögensgestalter per E-Mail an info@monetaris.de.

Sämtliche Informationen zu dem vorstehenden redaktionellen Text wurden gemeinsam mit Christoph Hempel, Rechtsanwalt von der BOISSIER legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, erarbeitet.