Die beste Rechtsform für Ihre Arztpraxis. Warum Sie als Arzt eine GmbH gründen sollten

Gesellschaftsvertrag einer Praxis-GmbH liegt auf einem Schreibtisch

Einer für alle und alle für einen” – so lautet nicht nur das Motto der drei Musketiere, sondern auch ein erhebliches Haftungsrisiko von Ärzten in einer Praxis-GbR. Vor allem aus steuerlichen und haftungsrechtlichen Gründen sollte man niedergelassenen Medizinern dringend von der Gründung einer GbR abraten; denn genau hier punktet eine Rechtsform, welche die meisten Ärzte nicht auf dem Schirm haben: die GmbH.

Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, aus welchen Gründen die GmbH meist die beste Rechtsform für Arztpraxen darstellt. Außerdem lernen Sie den Partner kennen, mit welchem die Gründung und Verwaltung einer GmbH zum Kinderspiel wird.

Der Arzt als Freiberufler und Einzelunternehmer

Auch wenn die tradierten Strukturen langsam aufbrechen, arbeiten niedergelassene Mediziner zumeist als freiberufliche Einzelunternehmer: Der Arzt füllt in der Niederlassung neben seiner medizinischen Rolle noch die des alleinigen verantwortlichen Unternehmers aus. Immerhin noch 58 Prozent aller Arztpraxen in Deutschland werden auf diese Weise geführt. 

Als Einzelunternehmer erhoffen sich Ärzte seit jeher eine Vereinfachung und Vergünstigung ihres Praxisbetriebs:

  • Sie dürfen ihre Gewinnermittlung als einfache Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) umsetzen. Eine Bilanzierung ist für Freiberufler in jedem Fall nicht vorgeschrieben.
  • Der Arzt als Freiberufler und Einzelunternehmer führt grundsätzlich kein Gewerbe und vermeidet so die Gewerbesteuer.
  • Mehrere Einzelpraxen können sich zu einer Praxisgemeinschaft zusammenschließen. Somit können Räume, Geräte und sogar Personal gemeinsam genutzt werden. Zugleich bleiben die Praxen rechtlich und wirtschaftlich unabhängig. Das Ziel einer solchen Maßnahme ist die Erlangung von Kostenvorteilen.

Gleichwohl dürfen Ärzte die Nachteile eines Einzelunternehmens nicht vernachlässigen:

  • Neben dem Betriebsvermögen haften ärztliche Einzelunternehmer auch mit ihrem Privatvermögen voll.
  • Ein freiberufliches Einzelunternehmen schützt nicht per se vor der Gewerbesteuer. Die Gefahr der Gewerbesteuerpflicht besteht besonders dann, wenn in der Praxis fachfremde Angestellte beschäftigt sind oder zusätzlich Produkte verkauft werden.

Weniger Kosten, aber volles Risiko mit der Praxis-GbR

Finden sich mindestens zwei Ärzte zusammen und wollen gemeinsam eine Praxis betreiben, so gründen sie eine Gemeinschaftspraxis. Mittlerweile hat sich hierfür auch der Begriff “Berufsausübungsgemeinschaft” (BAG) etabliert. Die Ärzte bleiben in der medizinischen Ausübung als Freiberufler zwar unabhängig voneinander; sie verfügen allerdings über eine gemeinsame Patientenkartei und rechnen über eine Abrechnungsnummer ab. Die Gemeinschaftspraxis stellt somit eine wirtschaftliche und rechtliche Einheit dar. Meist wird sie als GbR gegründet.

Prinzipiell erwarten sich Mediziner von der Berufsausübungsgemeinschaft als GbR die gleichen Vorteile wie Einzelunternehmer in einer Praxisgemeinschaft:

  • Sie dürfen eine EÜR durchführen.
  • Sie zahlen keine Gewerbesteuer.
  • Doch anders als Praxisgemeinschaften teilen sie sich alle Betriebskosten.

Den Vorzügen einer GbR stehen jedoch ungleich größere Nachteile gegenüber:

  • Jeder Gesellschafter haftet nicht bloß mit dem Betriebsvermögen, sondern auch mit seinem Privatvermögen voll. Doch im Gegensatz zum Einzelunternehmen haften die Gesellschafter dabei auch für Handlungen der anderen Gesellschafter.
  • Die Gesellschaftsverträge einer GbR machen die Entscheidungsfindung unter den Gesellschaftern oftmals sehr zäh.
  • Es bleibt die große Gefahr der Gewerbesteuerpflicht.

Haftungsbeschränkung mit der Partnerschaftsgesellschaft

Eine recht junge Gesellschaftsform für Arztpraxen stellt die Partnerschaftsgesellschaft (PartG) dar. Sie besteht aus mindestens zwei Freiberuflern. Entscheiden sich Ärzte für diese Rechtsform, so versuchen sie, das private Haftungsrisiko der GbR zu umgehen. Sie versprechen sich folgende Vorteile:

  • Sie dürfen eine EÜR durchführen.
  • Sie zahlen keine Gewerbesteuer.
  • Sie teilen sich alle Betriebskosten.
  • Entscheidungen können einfacher getroffen werden.
  • Vor allem ist eine Haftungsbeschränkung möglich. Dabei haften die Ärzte der PartG komplett mit ihrem Betriebsvermögen für alle anderen Kollegen; allerdings bleibt im Haftungsfall das Privatvermögen von unbeteiligten Ärzten unberührt.

Doch auch der PartG droht das Risiko der Gewerbesteuerpflicht.

Als Arzt mit der GmbH Steuern sparen und die Praxisnachfolge regeln

Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 1993 ist auch die GmbH als ärztliche Rechtsform zulässig. Seither gründen sich vor allem MVZs als GmbH. Mediziner sollten sich dabei nicht vom vermeintlichen Gründungsaufwand abschrecken lassen: Zur Gründung einer Praxis-GmbH benötigen sie lediglich ein Stammkapital von mindestens von 25.000 Euro. Nach dem erfolgten Eintrag ins Handelsregister über den Notar ist die GmbH dann schon gegründet.

Im Gegensatz zu den vorgenannten Rechtsformen weist die GmbH als Kapitalgesellschaft einige Besonderheiten auf:

  • Eine EÜR genügt hier nicht mehr. Die GmbH unterliegt der Bilanzierungspflicht.
  • Die GmbH ist zur Abführung von Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer verpflichtet.

Trotz zusätzlicher Gewerbe- und Körperschaftsteuer können Ärzte mit einer Praxis-GmbH erheblich profitieren und sogar Steuern sparen:

  • Die Haftung der Gesellschafter ist auf die Höhe des Stammkapitals beschränkt. Vom Grundsatz her gibt es keine private Haftung der Gesellschafter.
  • Neben dem Bezug eines Gehalts hat der Gesellschafter-Geschäftsführer der GmbH auch die Option, Gewinnausschüttungen zu erhalten. So würde der Arzt nur 25 Prozent Kapitalertragsteuer statt des für Gehaltszahlungen deutlichen hören Einkommensteuersatzes (bis zu 48 Prozent) abführen.
  • Anders als Einzelunternehmen, GbRs oder PartGs sind GmbHs zur Bilanzierung verpflichtet. Die Gewinnermittlung über die Bilanzierung birgt für den Arzt jedoch einiges an Potenzial zur Steuergestaltung.
  • Mit der GmbH kann der Arzt als Gesellschafter-Geschäftsführer von einer betrieblichen Altersvorsorge und Steuervorteilen profitieren.
  • Ärzte können eine GmbH alleine oder gemeinsam mit Kollegen gründen. Im letzteren Fall ergeben sich auch für die Arztpraxis als GmbH die beschriebenen Kostenvorteile durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen.
  • Eine GmbH erleichtert die Nachfolgeplanung für Mediziner und später den Praxisverkauf der Arztpraxis. So kann ein Arzt als designierter Praxisnachfolger angestellt oder gar als Gesellschafter beteiligt werden. In jedem Fall braucht er nicht sofort die gesamte Praxis zu kaufen beziehungsweise zu übernehmen. Er kann langsam an den Betrieb herangeführt werden. Besonders charmant für beide – Praxisabgeber wie Praxisnachfolger – ist die Möglichkeit, die Gesellschaftsanteile Stück für Stück zu übergeben. Dies senkt das wirtschaftliche Risiko für den Praxisnachfolger und die Steuerlast des Praxisabgebers.
  • Selbst nach der vollständigen Betriebsübernahme kann der Praxisabgeber als Gesellschafter weiterhin an der Praxis beteiligt sein. Er kann sogar nach dem Praxisverkauf weiterarbeiten – zum Beispiel als Angestellter. Mithilfe von derartigen Beteiligungsmodellen kann er sich seinen Ruhestand finanziell versüßen. Auf diese Weise eröffnet sich dem abgebenden Arzt die Chance auf eine auskömmliche Rente mit 60.

Einfach zur Arztpraxis-GmbH – mit dem Family Office für Ärzte

Auch wenn in den meisten Fällen die GmbH die beste Rechtsform für die Arztpraxis darstellt, sollten sich Mediziner professionell beraten lassen. Gemeinsam mit dem Family Office von Monetaris können niedergelassene Ärzte rasch klären, welche Rechtsform die beste für sie ist. In unserem Netzwerk finden sie jede notwendige Expertise – von der Gründungsberatung über die Buchhaltung bis hin zur langfristigen Steueroptimierung.

Sie führen Ihre Praxis bereits als Einzelunternehmen, GbR oder PartG? Selbst dann kann sich die Umwandlung Ihrer Praxis in eine GmbH lohnen. Ob Existenzgründung oder Umwandlung – entscheidend ist, dass Sie jetzt Kontakt mit Monetaris, dem Family Office für Ärzte, aufnehmen.

Obligatorischer Hinweis zur Rechts- und Steuerberatung

Sämtliche Informationen zu dem vorstehenden redaktionellen Text wurden gemeinsam mit der BOISSIER legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erarbeitet. Damit ist keine Rechts- oder Steuerberatung durch Monetaris verbunden.

Die Autoren:

  • Niels C. Fleischhauer ist Gesellschafter für Unternehmenskommunikation von Monetaris
  • Christoph Hempel ist Rechtsanwalt, Unternehmensberater und Geschäftsführer der BOISSIER legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH