Ein MVZ gründen: 9 starke Argumente, die für die MVZ-Gründung sprechen

Praxisschild mit der Aufschrift "MVZ"

Medizinische Versorgungszentren werden in den Reihen der Ärzteschaft heiß diskutiert: Einerseits gelten Sie als mögliches Zukunftsmodell, welches die ambulante Versorgung gerade in ländlichen Regionen sichern kann; auf der anderen Seite befürchtet man eine zunehmende Kommerzialisierung des deutschen Gesundheitssektors durch MVZ-Großinvestoren.

Die Diskussionen indes ignorieren nahezu alle die immensen Vorteile, die eine MVZ-Gründung für den Praxisinhaber haben kann. Im folgenden Beitrag erfahren Sie daher, wie niedergelassene Ärzte mit einem MVZ wirtschaftlich profitieren können. Weiterhin zeigen wir Ihnen, wie das MVZ die Suche nach einem geeigneten Praxisnachfolger wesentlich erleichtern kann. Nicht zuletzt werden Sie sehen, dass die MVZ-Gründung mit einem Partner wie Monetaris überraschend einfach ist.

Die Nachteile von Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis und Praxisgemeinschaft

Klassischerweise betreiben Mediziner ihre Arztpraxis in der Rechtsform des Einzelunternehmens. Sie sind als Freiberufler alleine verantwortlich für den Praxisbetrieb und die Angestellten. Dieses Modell wird seit jeher von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Wollen sich mehrere Mediziner zusammen organisieren, gründen Sie Gemeinschaftspraxen – meist in Form einer GbR mit einem gemeinsamen Patientenstamm und einer zusammengelegten Verwaltung – oder Praxisgemeinschaften. Letztere sind dabei eher als eine Art Bürogemeinschaft zu sehen, welche Verwaltungsaufwand und -Kosten reduzieren soll.

Jede Einzelpraxis stemmt einen zunehmenden Verwaltungs- und Bürokratieaufwand, welcher hohe Kosten verursacht. Gemeinschaftspraxen und Bürogemeinschaften können diese Fixkosten zwar verteilen; doch bleiben auch hier die Praxisübergabe unflexibel und der Praxisverkauf für den Nachfolger auf einen Schlag sehr kostenintensiv. Hinzu kommt das Risiko der gemeinsamen Haftung, falls die Gemeinschaftspraxis als GbR firmiert. So ist es kein Wunder, dass immer mehr junge Ärzte die Anstellung der Niederlassung vorziehen. Vor allem Einzelpraxen leiden unter dem wirtschaftlichen und personellen Druck der zunehmenden Konzentration im ambulanten Sektor. Als Folge nimmt insbesondere die Menge an Einzelpraxen stetig ab.

Die Vorteile der MVZ-Gründung für Praxisinhaber

Mit MVZs können niedergelassene Ärzte nicht nur den wirtschaftlichen Druck von ihrer Praxis nehmen; zugleich können sie ihre Unternehmensnachfolge sichern. Doch anstatt das Unternehmen großen Konzernen zu überlassen, können Ärzte auch selbst ein MVZ gründen – zum Beispiel als GmbH. Dafür sprechen 9 entscheidende Argumente.

Argument 1: Der Praxisabgeber kann den designierten Praxisnachfolger zunächst (für einige Jahre) in der eigenen Praxis anstellen. So lernt dieser den Praxisbetrieb und die Mitarbeiter langsam kennen, was für einen sanften Betriebsübergang sorgt. Zudem trägt er bis zur Betriebsübernahme keinerlei wirtschaftliches Risiko. Der Praxisabgeber wiederum braucht sich dann keine Sorgen mehr um die Gewinnung eines Arztes als Praxisnachfolger zu machen.

Argument 2: Praxisabgeber und Praxisnachfolger können den Praxisverkauf über mehrere Jahre strecken, indem die Gesellschaftsanteile Stück für Stück verkauft werden. Der Praxisnachfolger verteilt somit die Kosten und die wirtschaftliche Belastung, welche eine Praxisübernahme üblicherweise mit sich bringt. Dieses Prozedere birgt für den Praxisabgeber nebenbei einiges Potenzial zur Steueroptimierung.

Argument 3: Nach der Praxisveräußerung ergibt sich für den Praxisabgeber die Möglichkeit, sich selbst anstellen zu lassen. So ist nach der erfolgten Praxisübergabe die Kontinuität des Praxisbetriebs gesichert, was der Mitarbeiter- und Patientenbindung zugutekommt. Gleichzeitig kann er die Einkommenslücke im Alter deutlich abmildern.

Argument 4: Der Praxisabgeber kann auch nach der Praxisveräußerung von Beteiligungsmodellen profitieren. Diese sichern dem Mediziner seine Altersvorsorge durch regelmäßige Einnahmen aus seiner alten Praxis. Hierzu ist es notwendig, vor der Praxisabgabe entsprechende Vereinbarungen mit dem Praxisnachfolger zu treffen.

Argument 5: Das MVZ erleichtert auch die Erweiterung der Praxis um weitere Standorte. So stehen bei den Verhandlungen zum Praxisverkauf an das MVZ gleich mehrere Instrumente zur Verfügung: Der Inhaber des MVZ kann den KV-Sitz der Praxis übernehmen; er kann den Praxisabgeber als Gesellschafter am MVZ beteiligen; er kann aber auch den Arzt anstellen und ihn nach dem Praxisverkauf weiterarbeiten lassen. Letztgenannter Schritt würde die Kontinuität im Praxisbetrieb sicherstellen. Darüber hinaus dürfen sich MVZs seit 2015 ohne Nennung eines bestimmten Arztes um einen Vertragsarztsitz bewerben. Erst wenn es den KV-Sitz erhält, braucht es sich auf die Suche nach einem entsprechenden Arzt zu machen.

Argument 6: Die einzelnen Praxen innerhalb des MVZ profitieren von organisatorischen und wirtschaftlichen Synergien. Sie können den jeweils anderen Praxen komplementäre medizinische Leistungen anbieten. Für Patienten ergibt sich so der kürzeste und einfachste Weg zur Behandlung, während die Praxen höhere Umsätze erwirtschaften. Unterstützt wird dieser positive Effekt durch die Möglichkeit der gegenseitigen Kompensation von Budgetüberschreitungen.

Argument 7: Ähnlich wie bei Gemeinschaftspraxen und Praxisgemeinschaften sorgt ein MVZ auch für Kosteneinsparungen; denn Kosten für Verwaltungsaufgaben der einzelnen Praxen können zusammengelegt werden. Weiterhin genügt ein Empfangsbereich, wodurch Praxisinhaber das Personal anderweitig einsetzen können.

Argument 8: Ein MVZ bietet Praxisinhabern effektive Möglichkeiten der Steuerreduzierung – etwa im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge für niedergelassene Ärzte oder des stückweisen Praxisverkaufs der Arztpraxis. Maßgeblich hierfür ist nicht zuletzt, dass der Arzt die Bilanzierung anstelle der Einnahmenüberschussrechnung als Form der Gewinnermittlung nutzt.

Argument 9: Eine MVZ-GmbH beschränkt, wie der Name schon sagt, den Arzt als Gesellschafter in seiner Haftung. Wirtschaftlich – nicht aber medizinrechtlich – haften Ärzte folglich nicht persönlich. Gerade im Vergleich zu Gemeinschaftspraxen entfällt so das enorme Risiko, für wirtschaftlicher Fehler anderer Gesellschafter zu geradezustehen.

Die MVZ-Gründung: große Vorteile, kleine Hürden

Zusammengefasst ergeben sich für niedergelassene Ärzte mit der MVZ-Gründung also folgende Vorteile:

  • Gesicherte Nachfolgeplanung für den abgebenden Mediziner
  • Großes Potenzial zum Steuern sparen beim Praxisverkauf für Praxisabgeber
  • Mitarbeiter- und Patientenbindung – auch nach der Praxisübergabe
  • Gesicherte Altersvorsorge für niedergelassene Ärzte
  • Erleichterte Gründung weiterer Standorte
  • Organisatorische und wirtschaftliche Synergien
  • Kosteneinsparungen durch Bündelung von Verwaltungsaufgaben
  • Großes Potenzial im Bereich der Steuergestaltung
  • Haftungsbeschränkung des einzelnen Gesellschafters

Die Voraussetzungen für ein funktionierendes MVZ-Modell sind zunächst zwei Ärzte und die richtige Rechtsform. Hier hat sich in der Vergangenheit die GmbH bewährt; denn erst die Firmierung der Arztpraxis als GmbH ermöglicht viele der genannten Vorteile. Ärzte benötigen ein Stammkapital von 25.000 Euro, um ihr MVZ als GmbH zu gründen. Es folgen noch die Erstellung eines Gesellschaftsvertrags, die MVZ-Zulassung und ein Notartermin.

Viele Steuerberater halten die Gründung eines MVZ für zu aufwändig und unnötig. Doch diese Einschätzung ist unserer Ansicht nach auf ein unzureichendes Wissen um die Vorteile eines MVZ zurückzuführen. Schließlich stehen Aufwand und einmalige Kosten bei der Gründung eines MVZ in keinem Verhältnis zu den positiven Auswirkungen. Zudem brauchen sich niedergelassene Ärzte mit Partnern wie Monetaris um nichts zu kümmern, wenn sie ein MVZ gründen wollen. Wir übernehmen alle wichtigen Schritte für unsere Mandanten.

Sie überlegen selbst, ob Sie ein MVZ gründen sollten? Sie haben weitere Fragen oder bereits konkrete Pläne? Dann kontaktieren Sie uns. Vom Rechtsanwalt über den Steuerberater bis hin zum Unternehmensberater – in unserem Family Office für Ärzte finden Sie alle notwendigen Ansprechpartner für Ihre erfolgreiche MVZ-Gründung.

Obligatorischer Hinweis zur Rechts- und Steuerberatung

Sämtliche Informationen zu dem vorstehenden redaktionellen Text wurden gemeinsam mit der BOISSIER legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erarbeitet. Damit ist keine Rechts- oder Steuerberatung durch Monetaris verbunden.

Die Autoren:

  • Niels C. Fleischhauer ist Gesellschafter für Unternehmenskommunikation von Monetaris
  • Christoph Hempel ist Rechtsanwalt, Unternehmensberater und Geschäftsführer der BOISSIER legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH