Steuern sparen mit der Praxisimmobilie: Aus diesen Gründen sollten Ärzte kaufen statt mieten

Arzt überreicht einen Stift zum Unterschreiben eines Vertrags

Jeder selbstständige Arzt stellt sich im Laufe seiner Karriere mindestens einmal diese Frage: Soll ich die Praxisimmobilie kaufen oder mieten? Wir beantworten sie aus finanzieller Sicht und zeigen auf, wie Ärzte mit ihrer Praxisimmobilie erheblich Steuern sparen können. Außerdem erfahren Sie, warum Ärzte die Praxisimmobilie eindeutig kaufen sollten.

Sein eigener Vermieter sein

Die meisten Ärzte machen den Fehler, dass sie die Praxisimmobilie von ihrem bereits versteuerten Nettovermögen privat kaufen. Damit verschenken sie jedoch viel Geld. Schließlich können sie die Praxisimmobilie danach nicht an sich selbst vermieten.
Der viel profitablere Weg ist es, als Arzt eine Familiengesellschaft oder Vermögensverwaltung zu gründen. Diese bezahlt die Praxisimmobilie aus ihrem Gesellschaftsvermögen und vermietet die Räumlichkeiten fortan an den Arzt. Je nach familiärer Situation kann zum Beispiel auch der Ehepartner Eigentümer der Praxisimmobilie werden. Jedenfalls wird der Arzt über diesen Umweg praktisch sein eigener Vermieter.

Die Vermietung der Praxisimmobilie an sich selbst erzeugt für den Arzt viele Steuervorteile:

  • Die Mieteinnahmen verbleiben beim Arzt und senken gleichzeitig seine Einkommensteuer. Dabei kann die Miete durchaus höher als ortsüblich ausfallen, da es sich um eine Gewerbevermietung handelt. Selbst die Vermietung im möblierten Zustand ist möglich.
  • Im Laufe der Jahre fallen Abschreibungen und Nebenkosten der angeschafften Immobilie an. Beide können die Steuerlast des Arztes zusätzlich senken.
  • Der Arzt kann weitere Immobilien in die Familiengesellschaft oder Vermögensverwaltung einbringen. Auf diese Weise profitiert er von Steuervorteilen durch das Eigenheim oder beim Hauskauf. Es entsteht eine Immobilienverwaltung, welche immenses Potenzial zur Steuerminimierung bietet.
  • Die entstehende Liquidität stellt einen entscheidenden Beitrag zu einem langfristigen Vermögensaufbau dar.

Viele Optionen bei der Nachfolgeplanung

Irgendwann wird es Zeit, die Praxisnachfolge zu regeln und das Unternehmen zu verkaufen. Ist ein Arzt selbst Eigentümer der Praxisimmobilie, so lauern bei der Geschäftsübergabe einige Untiefen. In diesem Fall ist nämlich die praktische Tätigkeit des Arztes eng mit der Praxisimmobilie verwoben. Gerade viele jüngere Ärzte scheuen das finanzielle Risiko, neben der Praxis auch die entsprechende Praxisimmobilie zu kaufen. Eine Anstellung erscheint ihnen oft ansprechender. Dies jedoch erhöht den Druck auf den Eigentümer umso mehr: Wahrscheinlich arbeitet er gezwungenermaßen weiter, um den Leerstand der Räume zu verhindern. Möglicherweise verkauft er auch zu einem viel zu niedrigen Preis, um in den verdienten Ruhestand gehen zu können.

Befindet sich die Praxisimmobilie hingegen im Eigentum von beispielsweise einer Familiengesellschaft, so kann die Unternehmensnachfolge getrennt geregelt werden. Für den Arzt ergeben sich gleich mehrere Optionen bei der Nachfolgeregelung:

  • Die Praxis und die Praxisimmobilie können separat verkauft werden. So verfügt der Arzt über wesentlich mehr Verhandlungsspielraum – auch weil sein Nachfolger beim Unternehmenskauf nicht zwingend die Praxisimmobilie erwerben muss.
  • Der Arzt kann die Praxisimmobilie verkaufen, die Praxis selbst jedoch weiter betreiben. Er wird so zwar wieder vom Vermieter zum Mieter; doch auch dieser Schritt kann sinnvoll sein, um beispielhaft kurzfristig ausreichend Liquidität zu erschaffen.
  • Die Praxisimmobilie verbleibt im Eigentum der Gesellschaft; nur die Praxis wird verkauft. Dies stellt die finanziell beste Variante dar. Der Arzt profitiert weiterhin von den Mieteinnahmen und Steuervorteilen. Zugleich entsteht auf diesem Wege eine ausgezeichnete Altersvorsorge für Selbstständige und deren Familie – zum Beispiel eine finanzielle Absicherung für die Ehefrau. Des Weiteren wird dieser bloße Unternehmensverkauf die Suche nach einem Nachfolger erleichtern.

Wie sich ein Arzt letztendlich entscheidet, hängt stark von seinen persönlichen Wünschen ab. Entscheidend ist jedenfalls, dass eine Vermischung aus Praxisbetrieb und Praxisimmobilie vermieden wird.

Sie führen eine Arztpraxis und sind als Privatperson deren Eigentümer? Sie sind interessiert an weiteren Steuertipps für Ärzte? Dann nehmen Sie am besten noch heute Kontakt mit unserem Vermögensgestalter auf.

Obligatorischer Hinweis

Sämtliche Informationen zu dem vorstehenden redaktionellen Text wurden gemeinsam mit der BOISSIER legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erarbeitet. Damit ist keine Rechts- oder Steuerberatung durch Monetaris verbunden.