Was ist die vorweggenommene Erbfolge?

Hand einer Mutter reicht einen goldenen Schlüssel an die Hände eines Kindes

Die vorweggenommene Erbfolge ist die Übertragung von Vermögen eines zukünftigen Erblassers zu dessen Lebzeiten an seine potenziellen Erben. Diese Vermögensübertragung findet vor allem in Form von Schenkungen an Kinder statt. Bei dieser Nachlassplanung wird das Erbrecht vorweggenommen und frühzeitig erfüllt. Das “Vererben” findet sozusagen zu Lebzeiten statt. Die Bedingungen werden im Schenkungsvertrag festgehalten.

Ziele der vorweggenommenen Erbfolge

Das Vermögen wird nicht erst im Erbfall übertragen. Dadurch können typische Fehler eines Testaments vermieden werden: Häufig sorgt Streit unter den Angehörigen für eine Zersplitterung des Vermögens. Mit der vorweggenommenen Erbfolge kann das Vermögen dagegen erhalten werden.

Ein wichtiges Motiv für die vorweggenommene Erbschaft stellt auch die Versorgung des baldigen Erblassers dar. Beispielsweise kann er sich ein lebenslanges Nutzungsrecht an einer Immobilie als Gegenleistung für die lebzeitige Schenkung eines Grundstücks einräumen lassen. Doch auch schwächer gestellte Familienmitglieder wie minderjährige oder behinderte Kinder können mit dieser Erbfolgeplanung profitieren.

Nicht zuletzt handelt es sich bei der vorweggenommenen Erbschaft um ein Instrument zur Steueroptimierung, da man hier die Schenkungssteuer und die Erbschaftssteuer umgehen kann. Werden die Freibeträge eingehalten, so bleibt die lebzeitige Schenkung steuerfrei.

Obligatorischer Hinweis zur Rechts- und Steuerberatung

Sämtliche Informationen zu dem vorstehenden redaktionellen Text wurden gemeinsam mit der BOISSIER legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erarbeitet. Damit ist keine Rechts- oder Steuerberatung durch Monetaris verbunden.